Einspritzung
[ Einstellmöglichkeiten ]
[ Arbeitsbereiche ]
[ Vergleich - Vergaser / Einspritzung ]
[ Justagen ]
Der bei den 2-Ventil-Boxern übliche "Vergaser" wurde bei den 4-Ventilern durch eine
Motorelektronik mit Einspritzung ersetzt. Wer diese in ihrer ganzen Funktionalität
verstehen will, benötigt gute Fachliteratur oder arbeitet sich durch die
Theorie.
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Einstellmöglichkeiten |
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Eigentlich müßte an dieser Stelle gar keine Beschreibung folgen, wenn die Werks- und
Serviceeinstellungen optimale durchgeführt würden, oder wenn die Motronic alles selbständig
ausregeln könnte ...
Mehrmalige Reklamationen zur korrekten Einstellung meiner R1150GS beim Händler brachten
zu Tage, daß der BMW Service lediglich das MoDiTec (Service-PC) verwendet. Dieses bietet zwar
eine "tolle" Win95 Oberfläche, ist aber sehr zeitraubend in der Bedienung (treibt Arbeitswerte
nach oben) und eignet sich offensichtlich nicht besonders zur korrekten Einstellung
(die Synchronisation war an meiner R1150GS mehrfach total verstellt). Diese läßt sich meiner
Erfahrung nach mit herkömmlichen Mitteln wie Unterdruckmeßuhren (und
Color Tune
deutlich besser durchführen.
Auf der Suche nach der richtigen Einstellung habe ich viele Beschreibungen und Stellungnahmen
mit sehr guten und z.T. haarsträubendem Inhalt gelesen. Allein BMW findet allerlei Erklärungen,
welche meiner Meinung nach nur einem Zweck dienen sollen: Das eigene Geschäft sichern - selbst
das Werkstattpersonal des eigenen Händlernetzes wird künstlich dumm gehalten. Klingt hart, ist
aber anders nicht zu erklären.
Aus einer Vielzahl von Berichten und aus etlichen Stunden eigener Untersuchung sind die
folgenden Vorgehensweisen entstanden. Hier ergänzen sich Theorie und Praxis und führen zum
angestrebten Ziel: Die bestmögliche Einstellung der Verbrennung des 4V-Boxer-Motors. Meinem
Vertändnis nach ist das geglückt.
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Arbeitsbereiche |
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Folgende Grafik gibt die einzelnen Arbeitsbereiche im Querschnitt des Ansaugkanals
wieder.
Bereich - D wird beeinflußt durch die Motronic (passiv)
Bereich - C wird beeinflußt durch die Motronic (passiv)
Bereich - B wird beeinflußt durch das Gemisch und die Motronic (aktiv)
Bereich - A wird beeinflußt durch Leerlaufeinstellung, Gemisch und Motronic (aktiv)
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Vergleich - Vergaser / Einspritzung |
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Dieser Abschnitt dient dem Vertändnis der einzelnen Komponenten, die einzelnen Einstellungen
werden im Abschnitt Justagen vorgenommen.
In Verbindung mit der Bosch Motronic kommt ein Bing Venturirohr (die BMW - Bezeichnung
lautet: Drosselklappenstutzen) mit aufgesetzter Einspritzdüse zum Einsatz. Zum besseren
Verständnis möchte ich es vergleichen mit einem herkömmlichen Flachschiebervergaser:
Statt einer Schwimmerkammer gibt es eine Benzinpumpe mit Druckregler, statt Nadel und
Nadeldüse gibt es die Einspritzdüse und statt dem Flachschieber eine Drosselklappe. Die
Leerlaufeinstellungen sind mitunter gleich. Die Leerlaufdrehzahl wird vornehmlich bestimmt
über den Leerlaufanschlag, das Gemisch einzig über die Gemisch- oder Luftschraube. Eine
Kaltstarteinrichtung oder Choke, um das Gemisch anzureichern gibt es nicht. Der vorhandene
Choke am linken Seitenspiegel wirkt einzig auf das Gasseil.
Das einjustierte Gemisch, tut seine Dienste bis ca. 1/4 der geöffneten Drosselklappe
(siehe
Leerlauf- und Beschleunigungsphasen).
Mit der Drosselklappenanschlagschraube werden die Leerlaufdrehzahl und die
Leerlaufsynchronisation eingestellt. Mit dem rechten Gaszuglängenversteller wird die
Synchronisation im Fahrbetrieb justiert.
Die Gaszüge (Gasgriff und Choke) müssen im Leerlauf ausreichend Spiel haben, bei
Nullspiel kann lautes Klappergeräusch der Drosselklappenanschläge auftreten (Fingerprobe !),
welches ähnlich Ventilklappern klingt!
- Gemischschrauben
Eigentlich sind es reine Luftschrauben, jedes Venturirohr hat eine. Bestünde die Motronic
aus einer vernünftigen Realtime Regelung, so könnten diese Luftschrauben gänzlich entfallen!
So dienen sie der Feinjustage des Leerlaufgemischs, beeinflussen aber auch die
Zylindersynchronisation, bzw. die Leerlaufdrehzahl. Einzig brauchbare Kontrolle -
Umdrehungen zählen und über Meßuhren!
Die Gemischschrauben sollten nach Möglichkeit für beide Zylinder identisch eingestellt
werden. Das Leerlaufgemisch hat keinen linearen Einfluß über die Drehzahl. Das bedeutet,
daß die Zylinder bei Fehleinstellung nur bei einer ganz bestimmten Drehzahl gleich arbeiten
und bei anderen Drehzahlen unterschiedlich! Das kann man wunderbar sehen anhand der
Unterdruck-Meßuhren.
Somit verbietet sich schon im Ansatz die Synchronisierung über die Gemischschrauben. Und genau
dieser Fehler wird bei BMW gemacht - ärgerlich...
Die richtige Einstellung ist nicht trivial und leider fast nirgends beschrieben. Ich führe
sie in mehreren Stufen durch:
1. Grundeinstellung des Leerlaufgemischs (Punkt 1 der Justagen),
2. Leerlaufeinstellung / Synchronisation,
3. Synchronisation im Fahrbetrieb justiert (bei 2000 - 3000 Umdr./Min).
- Drosselklappenendanschlag, Leerlauf-Synchronisation
Drosselklappenendanschlag - (R+L) Jedes Venturirohr hat eine, sie dient der Justage der
Leerlaufdrehzahl. BMW spricht von einem Grunddurchsatz und daß man diese
Anschlagschrauben nicht verstellen darf ..
Zitat "Achtung: Die versiegelten Anschlagschrauben der Drosselklappen dürfen
nicht verändert werden, da sonst eine Neueinstellung des Leerlauf-Grunddurchsatzes beim Hersteller
erfolgen muß" ! ?? ..
Klingt ziemlich blödsinnig, da eine vernünftige Einstellung ohne Berücksichtigung der
restlichen Motorradkomponenten (Ventile, restlicher Ansaugtrakt, Luftfilter, ..) unmöglich ist.
Mit der linken Anschlagschraube wird die Leerlauf-Drehzahl und mit der rechten Schraube die
Leerlauf-Synchronisation herstellt, nachdem die Leerlaufgemischschrauben (siehe oben) eine
Grundeinstellung erhalten haben. Die Einstellung der Leerlaufdrehzahl über den
Drosselklappenendanschlag hat keinen Einfluß auf das Gemisch!
- Synchronisation des Fahrbetriebs
Die Synchronisation des Fahrbetriebs ist völlig getrennt von der Leerlaufeinstellung. Sie wird
einzig über die rechte Seilzuglänge - bei 2000 - 3000 Umdr./min. - eingestellt. Kontrolle mit Meßuhren.
- Choke, Kaltstartseillänge
Der Choke am linken Seitenspiegel wirkt einzig auf das Gasseil. Die Drosselklappen
werden bei Betätigung etwas weiter geöffnet, die notwendige Gemischanreicherung bei kaltem
Motor wird damit allerdings nicht erreicht!
- Drosselklappenpoti
Das Drosselklappenpoti meldet die Stellung der Drosselklappe an die Motronic. Diese stellt
das stöchiometrische Verhältnis von 1:14,7 her. Das Poti wirkt nur in den
(Arbeitsbereichen A und B). Hier variiert die
Motronic abhängig von den Werten / Parametern der einzelnen Geber die entsprechende "Look-up table".
Darüber hinaus steuert die Motronic anhand einer festen "Look-up table", variiert aber nicht mehr.
Typisches Merkmal, des gezogenen / aktivierten Chokes ist das untrügliche Klappergeräusch der
Drosselklappenanschläge. Das sollte man nicht mit Ventilklappern verwechseln. Grund ist einfach der,
daß die Drosselklappen nur minimal geöffnet werden und dann durch die Motorvibrationen an den
Endanschlägen klappern.
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Justagen |
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[ Gemisch ]
[ Zstecker ]
[ Poti Init ]
[ LL Links ]
[ Motronic Init ]
[ LL Sync ]
[ B Sync ]
[ Choke ]
[ Gemisch optimieren ]
[ Konstantfahrruckeln ]
[ K&N Luftfilter ]
[ Verbrennung bei Vollast ]
Hier werden das Gemisch, der Leerlauf und die Synchronisierung des Fahrbetriebs eingestellt.
Diese Einstellungen sollten möglichst akkurat vorgenommen werden, da sie großen Einfluß auf den
gesamten Motorlauf haben und nicht durch die Motronic kompensiert werden können !
Vorraussetzungen
Bevor eine Justage durchgeführt wird sollten folgende Vorraussetzungen gegeben sein:
1. Ventilspiel muß justiert sein (nur bei kaltem Motor).
2. Der Motor sollte Betriebstemperatur (Öl - 80 °C) haben.
3. Der Choke darf nicht gezogen sein.
Das folgende Diagramm zeigt den einfachen Ablauf zur Einstellung der Einspritzung bzw. der
Einzelkomponenten beim 4V-Boxer. Die Zahlen neben den einzelnen Arbeitsschritten entsprechen den
folgenden Beschreibungen.
Die Gemisch Grundeinstellung beinflußt Leerlauf und Teillastbereich und sollte deshalb zuallererst
eingestellt werden.
Die Grundeinstellung der Gemischschrauben (roter Pfeil - Bild 1, Bild 2) - wird bei ausgeschaltetem
Motor mit einem Filzstift markiert. Anschließend dreht man die Schrauben langsam (in Uhrzeigersinn)
bis zum "Sitz" und zählt dabei die Umdrehungen (diesen Wert als BMW-Grundeinstellung notieren).
Der Sitz ist der Anschlag, gegen welchen die Schraube niemals fest angedreht werden darf,
um ihn nicht zu beschädigen. Der Sitz wird mittels einer festen Markierung (z. Bsp. kleine Kerbe
oder Körnerpunkt längs des Schraubenschlitzes) gekennzeichnet. Beide Luftschrauben werden nun um
exakt 1,5 Umdrehungen herausgedreht (gegen Uhrzeigersinn).
Der Isolierung der
Zündkerzenstecker ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Es beschreibt, was getan werden kann,
um den Motorlauf zu verbessern und die Motordrehzahl auf 1000 Umdr. / Min zu senken.
Die 0-Stellung des Potis muß kontrolliert, bzw. neu eingestellt werden. Es ist vorteilhaft
dazu den linken Gaszug auszuhängen. Leicht erreichbar wird die Seilzugscheibe nur, wenn man
dazu das Venturirohr demontiert. Das läßt sich nur machen indem man das Luftansaugrohr löst
und in den Luftfilterkasten schiebt. Wird die Seilzugscheibe von hand gedreht und die federnde
Klinke (Bild 2 - roter Pfeil) zur Seite gedrückt, so läßt sich der Seilzugnippel herausnehmen.
Das Maß (Bild 2 - gelbe Striche) zwischen Mutter und Schraubenkopf sollte mit einer
Schieblehre gemessen werden und dieser Wert ebenfalls als Referenz für die BMW-Grundeinstellung
notiert werden (das gilt gleichermaßen für die rechte Seite).
Die Kontermutter (SW 9) wird gelöst und die Anschlagschraube (SW 7) so weit zurückgedreht,
bis die Drosselklappe vollständig schließt ohne am Anschlag anzuliegen (sichtbarer Luftspalt).
Schaut man durch das Venturirohr, so sollte die Drosselklappe ganz schliessen (ohne mechanischen
Druck !).
Vom Geberpoti wird der Stecker abgezogen und an Pin 1 (ganz rechts) ein dünner steifer
Meßdraht eingesteckt. Der Stecker wird wieder aufgeschoben. Man mißt mit einem Digitalvoltmeter
gegen Venturirohr Masse.
Bei eingeschalteter Zündung muß der Geber eine Spannung von 10 mV (6 mV Anschlag + 4 mV
Sicherheit) haben. Ist dies nicht der Fall, wird der Geber entsprechend verdreht (verlackte
Schrauben -
Bild 2 - gelbe Pfeile). Die Schrauben am Poti können nun wieder mit Schraubensicherungslack
gesichert werden, es wird keine weitere Einstellung daran vorgenommen !
Die Leerlaufanschlagschraube (Bild 2) wird wieder soweit hineingedreht, bis eine Spannung
von ca. 380 * mV (Sollbereich 370 - 400 mV oder entsprechend folgender Tabelle) ansteht -
Mutter kontern.
Die Leerlaufdrehzahl wird in hohem Maße von Auspuff und Krümmer bestimmt (roter Pfeil im
Diagramm),
wie folgende Tabelle verdeutlicht - dabei sind die Werte in Annäherung zu sehen und nicht
absolut:
LL-Drehzahl [Umdr./min] |
Poti [mV] |
Krümmer / Auspuff |
Diagramm / Arbeitsschritte |
| 1100 |
380 * |
original Krümmer / original Auspuff |
1,6,7 |
| 370 |
original Krümmer / Zubehör Auspuff |
1,3,4,5,6,7 |
| 340 |
Sebring Krümmer / original Auspuff |
1,3,4,5,6,7 |
| 330 |
Sebring Krümmer / Zubehör Auspuff |
1,3,4,5,6,7 |
1000
Voraussetzung:
Z-Stecker Isolierung |
350 |
original Krümmer / original Auspuff |
1,2,3,4,5,6,7 |
| 340 |
original Krümmer / Zubehör Auspuff |
1,2,3,4,5,6,7 |
| 310 |
Sebring Krümmer / original Auspuff |
1,2,3,4,5,6,7 |
| 300 |
Sebring Krümmer / Zubehör Auspuff |
1,2,3,4,5,6,7 |
Den zuvor ausgehängten Gaszug wieder einhängen. Am Zuglängeneinsteller des Gasgriffs
ein Spiel von ca. 1-2 mm einstellen (die Gummikappe anschließend wieder aufschieben). Damit ist
die Einstellung der Leerlaufdrehzahl am linken Venturirohr vorerst abgeschlossen. Sollte sich
nach der Synchronisierung eine falsche Drehzahl einstellen, so muß hier erneut justiert und
anschließend ebenfalls erneut synchronisiert werden.
Die Motronic muß neu initialisiert werden, damit Sie schneller den neuen Poti-IST-Wert
akzeptiert. Dazu wird (Zündung AUS!) kurzzeitig
Sicherung 5
entfernt und wieder gesteckt. So vergißt die Motronic alle Vorgaben. Der Gasgriff muß
anschließend (Zündung ein, Motor AUS!) mehrmals über den ganzen Bereich gedreht werden.
Es folgt die Leerlauf-Synchronisierung: Dazu benötigt man zwei synchron
arbeitende Meßuhren, welche von unten an den Unterdruckanschlüssen (gelbe Pfeile - Bilder 7+8)
angehängt werden (Gummikappen nicht verlieren!).
Der Motor wird gestartet und die Dämpfung (Klemmschrauben an den Schläuchen)
der Meßuhren kalibriert - möglichst so, daß die Zeiger nur leicht pendeln.
Bei der Synchronisierung kommt es ausschließlich darauf an, daß die Zeiger einen
identischen Wert anzeigen. Der Wert selbst ist unwichtig.
Die Anzeigen werden synchronisiert, indem die rechte Leerlaufanschlagschraube (SW 7+8) verdreht und
wieder gekontert wird, genauso, wie es bei der
Linken
durchgeführt wurde.
Am Gasgriff wird eine Motordrehzahl von ca. 2500 1/min gewählt und die Beschleunigungs -
Synchronisation mit den Meßuhren überprüft. Wenn nötig wird am rechten Gaszuglängeneinsteller
justiert (SW 10 + Spitzzange).
Zurück im Leerlauf muß die Drosselklappe wieder an der rechten Leerlaufanschlagschraube
anliegen. Sie darf nicht klappern, sonst liegt eine Fehleinstellung vor (Fingerprobe an
Seilzugscheibe - rote Pfeile - Bilder 7+8) )! Ist dies
der Fall, so muß das Seilzugspiel am Gasgriff vergrößert werden.
Die Unterdruckschläuche werden wieder entfernt und statt dessen die beiden Gummikappen
aufgesteckt. Diese sollten fest sitzen, damit keine Falschluft gezogen wird.
Damit ist die Haupt-Abstimmung der Einspritzung beendet.
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Choke Kontrolle |
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Am Zuglängeneinsteller des Choke ein Spiel von ca. 1-2 mm einstellen (die Gummikappe
anschließend wieder aufschieben). Die Einstellung läßt sich über ein DVM - siehe Punkt 3
(Spannung / Poti-Widerstandswert kontrollieren). Wird das Seilspiel reduziert darf sich keine Erhöhung
einstellen, die Werte sollten also unverändert bei 0,38 V / 868 Ohm liegen.
Wird die 1. Choke Stufe (Raste) angewählt, so steigen die Werte auf ca. 0,61 V / 930
Ohm. Die Motordrehzahl erhöht sich um ca. 500 Umdr. Die 2. Stufe (nicht rastend) steigert die
Werte nochmals auf ca. 1,06 V / 995 Ohm. Die Motordrehzahl erhöht sich um weitere 500 Umdr.
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Gemisch Optimierung |
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An Hand der Fahrleistung kann das Gemisch kontrolliert werden. Ziel ist optimaler
Durchzug / Beschleunigung - z.Bsp. im 4. Gang. Um diese zu messen montierte ich einen
IMO300R100 von Touratech, welcher eine entsprechende Meßmöglichkeit beinhaltet. Maximale
Leistung schöpft ein Benzin-Verbrennungsmotor bei leichtem Luftmangel zwischen Lambda
0,85...0,95. Werden die Luftschrauben weiter geöffnet, so läßt sich die Motordrehzahl
steigern - ein Indiz für die optimale Einstellung. Bei maximaler Drehzahl steht allerdings
nicht mehr die maximale Leistung zur Verfügung. Außerdem kann diese Gemischabmagerung zu
unvollständiger Verbrennung führen. Das äußert sich durch "Auspuffknallen", was allerdings
nur mit dem Sebring Vorschalldämpfer auftrat.
Nun wird im 4. Gang quasi von knapp über Leerlauf, das sind ca. 1900 1/min (ca. 40 kmh)
bis zu ca. 4000 1/min (ca. 80 kmh) beschleunigt. Der IMO gibt einen Beschleunigungswert an,
welcher in einer Tabelle notiert wird (neben 1,5 Umdr.). Nun werden die beiden Gemischschrauben
jeweils um den gleichen Wert verstellt und die Messung wiederholt. Ich habe bei 1 / 1,25 / 1,5
/ 1,75 / 2 / 2,5 gemessen und festgestellt, daß ein Wert zwischen 1,5 und 1,75 optimal ist.
Verändert sich die Leerlaufdrehzahl durch diese Justage, so müßten die Schritte 3
bis 5 wiederholt werden. Dabei würde sich ein anderer Spannungswert für den Leerlauf
ergeben, den man als Referenz notieren sollten.
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Konstantfahrruckeln / Lastwechselreaktionen |
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Konstantfahrruckeln / Lastwechselreaktionen:
Folge von Regelungenauigkeit durch Lambda-Sonden Signal, bzw. Motronic. Wenn das
Drosselklappenpoti korrekt eingestellt ist, die Synchronisierung stimmt und die Zündkerzen
in Ordnung sind, sollte dieses Problem eigentlich nicht mehr auftreten.
Bei meiner Kuh war all das gemacht und trotzdem ruckte und bockte sie noch immer!
Erst mit weiteren Modifikationen, die zum Teil bereits sehr viel versprechend getestet werden,
ist es möglich, dem Boxer entgültig Kultur beizubringen.
Mehr dazu nach Abschluß der umfangreichen Tests.
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Neuabstimmung bei Einsatz eines K&N Luftfilters |
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Eine Neuabstimmung ist bei Einsatz eines
K&N Luftfilters
anstelle des originalen Luftfilters normalerweise nicht notwendig. Eine Überprüfung der
Punkte 4 - 7 (siehe
Diagramm) wird dennoch empfohlen. Das gilt in
besonderem Maße, wenn auch die Ansaugstutzen vor und hinter dem Luftfilter geändert wurden.
All diese Umbauten wirken sich am stärksten aus im Teil- und Vollastbereich.
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Verbrennung bei Vollast |
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Zu guter Letzt sollte die Verbrennung bei Vollast
(Gasschieberbereich D) überprüft werden.
Dazu fährt man ca. 400-500 m bei Vollgas (zuvor eine geeignete Teststrecke aussuchen)
und schaltet dann per Killschalter den Motor ab. Nach dem Ausrollen überprüft man das
"Kerzenbild".
Solange die Zündkerze einen dunklen Belag (links) hat, ist die Verbrennung zu fett.
Leider kann man diese Einstellung nicht ändern, da die benötigte Einspritzmenge allein von
der Drehzahl abhängig ist und von der Motronic gesteuert wird. Allerdings kann man die
zugeführte Luftmenge verändern und damit diesen Bereich der Verbrennung beeinflussen (siehe
Kapitel "Luft" im Umbau Menü).
Ziel ist eine Rehbraune Färbung
(rechts), was auf optimale Verbrennung und entsprechend geringere Abgase hinweist. Eine deutlich
hellere Färbung deutet auf zu magere Verbrennung hin. In diesem Fall unbedingt Super Plus Benzin
tanken, um "Klopfen" zu vermeiden.
An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis: Die beschriebenen Maßnahmen sind sinnvoll,
da eine bessere Verbrennung erzielt wird und damit auch geringere Abgase entstehen. BMW
steht dem aber sicher kritisch gegenüber, da man um das eigene Geschäft fürchtet.
Aus diesem Grunde sollte jeder, der noch Garantie hat den Schraubensicherungslack ersetzen,
damit eigene Einstellungen nicht sichtbar werden.
Quellen: siehe Literatur 1,2,3,5
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